Frauen
Es ist bekannt, dass vor allem Mädchen und junge Frauen, deren Eltern relativ rasch zur Behandlung von Kopfschmerzen oder anderen Alltagssymptomen zu Schmerzmitteln greifen, auch gefährdet sind, allzu häufig diese Form der schnellen Bewältigung zu nutzen und auf Dauer in einen Missbrauchs- oder Abhängigkeitskreislauf zu geraten. Dies betrifft vor allem junge Mädchen im Zusammenhang mit der ersten Menstruation. In einer Untersuchung in Schulen wurde festgestellt, dass etwa 20 % der 14- bis 16-jährigen Mädchen nahezu täglich Schmerzmittel einnehmen. Diese Mädchen kamen vor allem aus "Schmerzmittelhaushalten", also aus einem Umfeld, in dem sie die Einnahme von Tabletten als die übliche Strategie zur Behandlung von unangenehmen Symptomen "erlernt" haben.
Bei den Schlaf- und Beruhigungsmitteln gehen 2/3 aller Verschreibungen an Frauen. Ob dies alleine über die höhere Inzidenz psychischer Erkrankungen bei Frauen oder deren höheren Frequenz von Arztbesuchen liegt, ist nicht ausreichend erforscht.
Literaturempfehlung
Butt-Behrmann, A. (2005): Neue Weiblichkeitsbilder und ein problematischer Arzneimittelkonsum bei adoleszenten Mädchen. Bremen: Universität Bremen. [Dissertation]

