Medikamente und Sucht

Presse

Eine Abhängigkeit von Medikamenten wird oft als „stille“ Sucht bezeichnet: Tabletten schlucken – das geht schnell und unauffällig und verursacht keine „Fahne“. Vor allem die Tatsache, dass die Mittel häufig von einer Ärztin, einem Arzt verschrieben werden, kann eine Suchtentwicklung verschleiern. Etwa 4 bis 5 Prozent aller verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. Es handelt sich dabei um viele verschiedene Wirkstoffgruppen, deshalb ist Medikamentenabhängigkeit auch ein sehr heterogenes Thema. Die meisten Betroffenen sind von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig, vor allem ältere Frauen sind gefährdet. Weil die Dosis oft niedrig bleibt und klassische Kriterien einer Abhängigkeit fehlen, ist der Missbrauch schwer zu erkennen.