Medikamente und Sucht

Warnzeichen

Menschen, die auf Dauer Medikamente mit einem Abhängigkeitspotenzial einnehmen, sollten auf folgende Beschwerden achten: Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, ein gedämpftes Gefühlsleben, körperliche Abgeschlagenheit, Energielosigkeit sowie Schlafprobleme – das können Symptome einer beginnenden Abhängigkeit sein. Haben die Medikamente anfänglich wunderbar gewirkt, lässt die Wirkung nämlich nach Wochen und Monaten ganz allmählich nach, die anfänglichen Beschwerden tauchen oft verstärkt wieder auf.

Weitere Hinweise können sein:

  •  Indikationserweiterung: Wenn Sie zum Beispiel beginnen, Ihr Schlafmittel auch tagsüber gegen Unruhe zu nehmen.
  • Fixierung auf die Medikamente: Wenn Sie ohne Ihre Tabletten nicht mehr aus dem Haus gehen, sich eine Reduktion oder ein Absetzen der Tabletten gar nicht mehr vorstellen können.
  • Dosissteigerung: Wenn Sie mehr Tabletten einnehmen, als Sie sich vorgenommen haben.
  • Heimlichkeit: Wenn Sie verschweigen, dass Sie sich zusätzliche Quellen suchen und sich Benzodiazepine zum Beispiel von weiteren Ärztinnen und Ärzten verschreiben lassen.

Seiteninfo

Text: Anke Nolte

Literaturempfehlung

Bundesärztekammer (Hrsg.) (2007): Medikamente - schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit. Leitfaden für die ärztliche Praxis. Köln.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) (2014): Medikamenteneinnahme: Risiken vermeiden.
Online Verfügbar

Nolte, Anke (2010). Vorsicht Suchtgefahr. Ein Interview mit Dr. Rüdiger Holzbach.
In: Bleibgesund. Herausgegeben von der AOK Westfalen-Lippe. 1/2010, S. 32-33.

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