Medikamente und Sucht

Mittel zur körperlichen Leistungssteigerung

Der Begriff „Doping“ bezieht sich in erster Linie auf den Wettkampfsport und bezeichnet Substanzen und Methoden, welche die körperliche Leistungsfähigkeit steigern können und dabei potenziell gesundheitsschädigend sind. Zurzeit stehen rund 200 Substanzen auf der Verbotsliste der Welt Anti-Doping Agentur (WADA).

Von 140.000 bis 150.000 jährlich durch die WADA untersuchten Proben sind unter 1 % positiv, eine anonyme Befragung von 448 deutschen Kaderathleten jedoch ergab, dass 26 mindestens einmal selber gedopt hatten. In Deutschland setzt sich die NADA (Nationale Doping-Agentur) für einen sauberen Sport ein. Der NADA-Code ist rechtsverbindlich für alle Verbände, die eine vertragliche Vereinbarung mit der NADA abgeschlossen haben. Ein Anti-Doping-Gesetz der Bundesregierung ist in Vorbereitung.

Verbotene Wirkstoffe und Methoden

  •  Vor und während des Wettkampfs generell verbotene Wirkstoffe aus den Substanzgruppen der Anabolika, Hormone und verwandter Wirkstoffe, Betablocker, Wirkstoffe mit antiöstrogener Wirkung sowie Diuretika und andere Maskierungsmittel.
  • Verbotene Methoden wie chemische oder physikalische Manipulation (z. B. von Blut- oder Urinproben) oder Gen-Doping.
  • Während des Wettkampfs verbotene Wirkstoffe aus den Substanzgruppen der Stimulanzien, Narkotika, Cannabinoide und Glukokortikosteroide.
  • Nur in bestimmten Sportarten verbotene Wirkstoffe Alkohol und verschiedene Betablocker.

Hormone können zu Potenzproblemen und Unfruchtbarkeit führen, Anabolika zu Herz-Kreislauf-Problemen, Leberschäden, Potenzproblemen und Unfruchtbarkeit. Diuretika verursachen unter Umständen Elektrolytstörungen, Herz-Rhythmus-Störungen, Thrombosen, Infarkte.

Doping im Freizeit-Sport

Auch im Breitensport werden Medikamente zur Leistungssteigerung missbraucht. Da hier Überprüfung und entsprechende Sanktionen entfallen, stehen die gesundheitlichen Folgeschäden des Arzneimittelmissbrauchs im Vordergrund. Untersuchungen zeigten, dass 22 % der Männer und 8 % der Frauen, die in Fitnessstudios trainieren, Arzneimittel missbrauchen.

Seiteninfo

Text: Dr. med. Rüdiger Holzbach, Karen Hartig, Anke Nolte

Literaturempfehlung

Boos, Carsten; Wulff, Peter (2001): Der Medikamentenmissbrauch beim Freizeitsportler im Fitnessbereich. Öffentliche Anhörung zum Doping im Freizeit- und Fitnessbereich. Protokoll der 38. Sitzung des Sportausschusses. 14. Wahlperiode, 115-152.

Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (Hrsg.), 2015: Nationaler Anti-Doping Code
Online Verfügbar

Striegel, Heiko et al. (2006): Anabolic ergogenic substance users in fitnesssports: A distinct group supported by the health care system. In: Drug and Alcohol Dependence, 81, 11-19.

Welt Anti-Doping Agentur (WADA): Verbotsliste
Online Verfügbar