Medikamente und Sucht

Appetitzügler

Klassische Appetitzügler gehören zu den Amphetaminen und dämpfen das Hungergefühl im Gehirn. Es kommt vor, dass Menschen mit Essstörungen Appetitzügler missbrauchen um abzunehmen. Weil sie auch aufputschend wirken, werden sie im Sport als Dopingmittel genutzt. Diese Substanzen dürfen aber nur maximal vier Wochen hintereinander eingenommen werden, weil sie körperlich abhängig machen. Auch andere gefährliche Nebenwirkungen, wie Lungenhochdruck, Herzklappenschäden und Schlaganfall können eintreten. Den hohen Risiken steht ein geringer Nutzen gegenüber, deshalb gelten Appetitzügler mittlerweile zur Behandlung von Übergewicht als überholt. In der Vergangenheit sind bereits viele Schlankheitsmittel vom Markt genommen worden.

Übersicht der Appetitzügler, internationalen Freinamen und Handelspräparate

Appetitzügler

Internationaler Freiname

Handelspräparat

Amfepramon

Regenon®
Tenuate retard®

Cathin

Alvalin®
Antiadipositum X-112 T®

Orlistat

Alli®
Xenical®

Phendimetrazin

Sedafamen®

Phenylpropanolamin

Boxogetten S Vencipon®
Recatol mono retard®

Phenylpropanolamin-Kombinationen

Antiadipositum Riemser ret.®

Sibutramin

Reductil®

Tabelle zuletzt Aktualisiert: Mai 2013 (Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, 2013: Medikamentenabhängigkeit. Suchtmedizinische Reihe Band 5)

Seiteninfo

Text: Anke Nolte

Literaturempfehlung

Stiftung Warentest (Hrsg.) (2014): Handbuch Medikamente. www.test.de

Meier, Tania (2014): Amphetaminhaltige Anorektika. In: Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 4/2014. Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Online Verfügbar

Infomaterial zum Thema Essstörungen

Die BARMER stellt interessierten Informationsmaterial zum Thema Essstörungen zur Verfügung:

Nichts als Essen im Kopf.  Ratgeber für Gefährdete und Menschen mit einer Essstörung.

Immer Ärger mit dem Essen.  Ratgeber für Angehörige rund um Essstörungen.

Psychogene Essstörungen. Ratgeber für Multiplikatoren wie Lehrer, Trainer und Arbeitgeber.