Medikamente und Sucht

Medikamente und ihre Risiken

In Deutschland sind zurzeit rund 50.000 verschiedene Arzneimittel im Handel. Von allen verordneten Arzneimitteln besitzen etwa 4 bis 5% ein eigenes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. Allein unter den 20 meistverkauften Präparaten in Apotheken jedoch befinden sich elf mit einem Missbrauchspotenzial. Bei sachgerechter Verordnung und Anwendung, d. h. in der Regel für kurze Zeit und niedrig dosiert, ist das Risiko eines Missbrauchs oder einer Abhängigkeitsentwicklung als gering anzusehen. Geschätzte 30 bis 35 % der Medikamente mit Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial werden aber nicht wegen akuter medizinischer Probleme, sondern langfristig zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet.

Die verschiedenen Medikamentengruppen sowie Einzelpräparate unterscheiden sich durch ihre Indikationen, durch erwünschte und unerwünschte Wirkungen, durch das jeweilige Missbrauchs- bzw. Abhängigkeitspotenzial und durch die spezifischen Entzugserscheinungen. Die hinsichtlich ihrer Verbreitung wichtigsten Medikamente gehören zu den Gruppen der Schlaf- und Beruhigungsmittel (Hypnotika/Sedativa und Tranquillantien). Weitere wichtige Gruppen sind die AD(H)S-Medikamente und Appetitzügler (Stimulanzien) und die Schmerz- und Betäubungsmittel (peripher und zentral wirksame Analgetika).

Hier lesen Sie weiter über

Schlaf- und Beruhigungsmittel (Hypnotika/Sedativa und Tranquilantien)

Schmerz- und Betäubungsmittel (peripher und zentral wirksame Analgetika)

AD(H)S-Medikamente

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Medikamente, die häufig ohne entsprechende Indikation, zu lange oder in zu hoher Dosis gebraucht werden.

Hier lesen Sie weiter über

Missbrauch anderer Arzneimittel

Die zu den Psychopharmaka gehörenden Antidepressiva und Neuroleptika besitzen ein geringes Missbrauchspotenzial und sind von Medikamenten mit stärkerem Abhängigkeitspotenzial abzugrenzen. Sie stellen darüber hinaus eine Alternative zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln dar und werden in diesem Zusammenhang vorgestellt.

Hier lesen Sie weiter über

Antidepressiva

Seiteninfo

Text: Dr. med. Rüdiger Holzbach, Karen Hartig

Jahrbuch Sucht

Jahrbuch Sucht, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.), erscheint jährlich

Medikamentenabhängigkeit

Band 5 der Suchtmedizinischen Reihe: Medikamentenabhängigkeit