Medikamente und Sucht

Beratung und Behandlung

Wenn der Verdacht besteht, dass Betroffene in eine Abhängigkeit hineinrutschen, kann die Hausärztin, bzw. der Hausarzt weiterhelfen. Bestätigt sich der Verdacht, ist ein ambulanter oder stationärer Entzug angeraten. Hausarzt oder auch ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine Suchtambulanz oder Suchtabteilung einer psychiatrischen Klinik können Ansprechpartner für einen Entzug sein.

Die meisten Medikamente dürfen nicht schlagartig abgesetzt werden, weil sonst Entzugssymptome auftreten, von Unruhe bis hin zu epileptischen Anfällen oder Verwirrtheitszuständen. Die Mittel müssen langsam – mit ärztlicher Hilfe – „ausgeschlichen“ werden. Ein Zwischenziel kann es sein, die Dosis zu reduzieren.
Letztlich sollten die Patientinnen und Patienten aber lernen, ohne das Medikament auskommen. Dabei können eine Psychotherapie, Entspannungstechniken oder Kurse in Stressbewältigung helfen. Liegt zum Beispiel eine Depression vor, ist eine Behandlung mit nicht abhängig machenden Antidepressiva angezeigt.

Suche nach Beratungsstellen

Sachkundige und verständnisvolle Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner finden Sie auch in den Beratungseinrichtungen für Menschen mit Medikamenten- und anderen Abhängigkeitsproblemen. Hier können sich auch Angehörige, Freunde, Pflegekräfte etc. beraten lassen. Die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht und die Beratung ist kostenlos. Ein erster Termin kann meist kurzfristig telefonisch vereinbart werden. Adressen in Wohnortnähe vermitteln die Beratungstelefone.

Die Einrichtungsdatenbank der DHS enthält - stets aktuell - alle wichtigen Informationen zu den bundesweit über 1800 ambulanten Suchtberatungsstellen und 800 stationären Suchthilfeeinrichtungen.

www.Suchthilfeverzeichnis.de

In der Onlinesuche kann in dem Eingabefeld „Zu welchem Thema suchen Sie Hilfe?“ die Auswahl „Medikamente“ markiert werden. In der Ergebnisliste werden dann Hilfeangebote und Einrichtungen mit speziellen Angeboten angezeigt.

Ansprechpartner zu Einrichtungen und Selbsthilfegruppen in den einzelnen Bundesländern sind auch die Landesstellen Sucht. Deren Kontaktdaten finden Sie hier

http://www.dhs.de/dhs/landesstellen.html

Über eine Suchfunktion auf der Internetseite der BARMER können Sie gezielt nach Fachärzten in Ihrer Nähe suchen:

Facharztsuche mit der weissen Liste

Seiteninfo

Text: Anke Nolte, Peter Raiser

Literaturempfehlung

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) (2014): Medikamenteneinnahme: Risiken vermeiden.
Online Verfügbar

Nolte, Anke (2010). Vorsicht Suchtgefahr. Ein Interview mit Dr. Rüdiger Holzbach.
In: Bleibgesund. Herausgegeben von der AOK Westfalen-Lippe. 1/2010, S. 32-33.

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