Medikamente und Sucht

Menschen mit dauerhaften Beschwerden

Besonders gefährdet, eine Arzneimittelabhängigkeit zu erleiden, sind Menschen, die mit eher diffusen und organisch schwer oder gar nicht zuzuordnenden Symptomen, die schon lange existieren, in die ärztliche Praxis kommen. Solche Symptome werden oft genug als psychovegetative Beschwerden oder psychovegetative Dysregulationen diagnostiziert - Verlegenheitsdiagnosen ohne wirkliche medizinische Grundlage. Die psychischen Symptome sind oftmals Überforderungs- oder Überlastungsgefühle, Schlafstörungen, Ängste oder Niedergeschlagenheit, körperlicher Schwindel, Herzrasen oder Magen-Darmprobleme. Solche Symptome lassen die Ärztinnen und Ärzte oftmals ratlos zurück - behandelt wird dennoch oft genug mit den körperlich gut verträglichen Schlaf- und Beruhigungsmitteln vom Benzodiazepin-Typ. Die unerwünschte Wirkung Abhängigkeit wird dabei häufig vergessen, ausgeblendet oder übersehen. Das bei Patienten/-innen und Ärzten/-innen vorhandene stark biologisch-funktional orientierte Körperverständnis ist sicherlich auch eine wesentliche Voraussetzung für dieses Vorgehen.

 

 

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Text: Prof. Dr. Gerd Glaeske, Dr. med. Rüdiger Holzbach, Daniela Boeschen

Medikamentenabhängigkeit

Band 5 der Suchtmedizinischen Reihe: Medikamentenabhängigkeit

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Benzodiazepine