Medikamente und Sucht

Besonders gefährdete Personengruppen

Grundsätzlich finden sich Medikamentenabhängige in allen Altersstufen und sozialen Schichten. Spezifische Risikogruppen sind kaum definierbar. Klare Indikatoren sind schwer auszumachen. Ein gesundheitsschädlicher Konsum ist daher oftmals schwer zu erkennen. Die Arzneimittelabhängigkeit entsteht zumeist aus einer "Mischung" von persönlichen, gesellschaftlichen und sozialen Faktoren.

Schon lange wird darüber diskutiert, ob es Menschen gibt, die prädestiniert sind, abhängig von Drogen aller Art, so auch von psychoaktiven Arzneimitteln, zu werden. Eine Disposition wird allerdings als wenig wahrscheinlich angesehen. Viel mehr tragen persönliche und gesellschaftliche Aspekte zu einer Abhängigkeitsentwicklung bei. Dies gilt insbesondere für die Arzneimittelabhängigkeit.

Insgesamt scheinen persönliche Motive, Alter, Geschlecht, gesellschaftlich bedingte Arbeits- und Lebensbedingungen sowie die noch immer verbreitete Ansicht bei Patienten und bei Medizinern, dass es für jedes Leiden eine Pille gäbe, Gründe dafür zu sein, dass es zu der Entstehung einer Arzneimittelabhängigkeit kommen kann. Dass insbesondere bei jüngeren Menschen auch das Lebens- und Familienumfeld eine Gewöhnung an "Tablettenlösungen" fördern kann, soll ebenfalls betont werden. Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass vor allem Menschen, die gewohnt sind, Probleme jedweder Art und Befindlichkeitsstörungen mit Arzneimitteln "wegzuschlucken", auch besonders gefährdet sind, medikamentenabhängig zu werden - die ärztlichen Verordnungen verstärken letztlich diese individuelle Bewältigungsstrategie.

Seiteninfo

Text: Prof. Dr. Gerd Glaeske, Dr. med. Rüdiger Holzbach, Daniela Boeschen

Basisinformationen Medikamente

Zum weiterlesen in der DHS Broschüre Basisinformationen Medikamente

Medikamentenabhängigkeit

Band 5 der Suchtmedizinischen Reihe: Medikamentenabhängigkeit

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